Dienstag, 27. März 2012

Vorboten

Gestern: Wir mühten uns gerade mit den Maultieren ab - ein Sattelgurt war zu kurz - als der Pferdeboy kam. Er war ein ungehobelter Bengel mit einer Armbanduhr, aber er schien seine Arbeit zu verstehen — man musste nur sehen, wie er mit dem Sattel umging. Er kam rasch vorwärts mit seiner Arbeit, bald würden wir unsern ersten Galopp durch die Steppe machen. Plötzlich aber hielt er inne; etwas schien nicht zu klappen. Er drehte sich um und gab uns seine erstaunliche Entdeckung kund: der Gurt sei zu kurz. Brovie liess ihn nachher zu sich kommen, um ihn zu fragen, warum er sich nicht gleich bei seiner Ankunft gemeldet habe und warum er ihn nicht mit «Bwana» (Herr) anrede; er lachte ihm nur ins Gesicht, worauf Brovie ihm eine gesunde Ohrfeige gab, die sein Benehmen von da ab sehr vorteilhaft veränderte. Brovie hatte in der Frühe kein Glück gehabt; er hatte zwei Büffelbullen schwer krankgeschossen, doch konnten sie beide noch in den unwegsamen Sumpf hinein flüchtig werden. Darin lag gerade die Schwierigkeit dieser Jagd; Büffel waren in grosser Zahl vorhanden, doch wenn es nicht gelang, sie auf dem schmalen Streifen Grasland, den sie zur Äsung aufsuchten, zur Strecke zu bringen, dann waren sie für den Jäger verloren. In der darauffolgenden Nacht erlegte Brovie eine Hyäne und hätte sie auch bergen können, wenn nicht ihr Genosse, während sie noch am Verenden war, begonnen hätte, sie zu verzehren. Es entspann sich ein wütender Kampf, Brovie hörte ihr Scharren und Fauchen in der Dunkelheit. Darauf gelang es dem verendenden Tier, in ein Erdferkelloch hinab zu rutschen, so dass weder Brovie noch ihr Gefährte sie wieder zu Gesicht bekamen. Kongoni schüttelte missbilligend den Kopf; eine Hyäne zu schiessen bringe Unglück, und Brovie würde nun nie wieder einen Löwen erlegen. So lächerlich dieser Aberglaube war, so stand doch das ganze Lager unter dem Eindruck dieses Zwischenfalls. Wir wären selbst davon angesteckt worden, wenn es uns nicht angespornt hätte, den Aberglauben so rasch wie möglich zu widerlegen.

Brovie im Sumpf

Kommentare:

  1. Wie fanden sie die Reaktion von Brovie gegen den Pferdeboy? wie konnte die Hyäne in den Erdferkelbau kriechen obwohl sie verletzt war? Hoffentlich stimmt das mit dem Fluch nicht!

    Viel Glück weiterhin!!
    Jonah Jost 7c

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  2. Brovies Reaktion war angemessen und überfällig. Der Boy war ziemlich frech und seit der Ohrfeige benimmt er sich sehr zuvorkommend. Die Hyäne bekam einen Schuss in die Seite, daher konnte sie leider noch laufen...
    Glücklicherweise sind wir nicht abergläubisch. Ich halte das mit dem Fluch nur für Geschwätz!
    Vivienne

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  3. Hoffentlich kann er doch noch einen Löwen schiessen, trotz des Fluches.

    Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Glück!

    Sarah & Muriel 7c

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  4. Es ist schade dass sie den Büffel nicht mehr gefunden haben. Sind Büffel eigentlich gefährlich und aggressiv?
    Lg Gian 7.c

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  5. Liebe Vivienne, wie nimmt man eigentlich genau Tiere aus um ihre Felle verwenden zu können? Ich frage mich auch wie sie dann im Museum die Tiere so lebensecht wiedergeben. Ist es heiss in Afrika? Bereust du es schon die Reise angetreten zu haben? Auf jeden Fall dein Blog ist super! Weiter so!
    Dela Wälti, 7c

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  6. Liebe Vivienne,
    Danke für dir tollen Fotos. Ich kann mir jetzt ein Bild eines solchen Lagers machen.
    Ich hoffe die Felle kommen heil ins Museum. 
    Habt ihr schon Kinder gesehen? Was sagen sie dazu? Und machen sie?
    Gibt es in der Nacht Krabbeltiere, die euren Schlaf stören?
    Liebe Grüsse Davide

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